Tipps für WLAN-Verstärker Endlich Schluss mit dem Oh-weh-LAN

Wer kennt es nicht: Man will im Dachgeschoss arbeiten oder im Bastelkeller mal eben ein YouTube-Tutorial schauen - aber die WLAN-Reichweite ist leider nicht ausreichend. Hier sind drei Lösungen für schwächelndes Internet.

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Beim Basteln im Keller die Tipps von SPON-Heimwerker Benjamin Schulz lesen? Beim Umsetzen von Beerensträuchern mal eben ein YouTube-Tutorial ansehen? Oder einfach beim Arbeiten im Obergeschoss-Home-Office? Zu Hause benötigt man heute überall gute Internetverbindung, aber allzu oft fragt man sich auch: Wo ist dieses Internet, wenn man es mal braucht!?

Wenn man mal ins Netz kommt, ist es voll von guten, aber nicht immer praktikablen Ratschlägen zur Reichweitenoptimierung. Den Router zentral in der Wohnung aufstellen? Das hätte in meinem Fall das Verlegen von etlichen Metern Kabel bedeutet. Reichweite auf maximal einstellen? Das ist manchem zu viel Elektrosmog.

Für meine spezielle Wohnsituation (Altbau mit Router im Wohnzimmer, Küche zehn Meter entfernt, Arbeitszimmer unterm Dach) habe ich daher mehrere Hardwarelösungen ausprobiert. Die drei, die mir am besten gefielen, stelle ich hier vor. Allerdings kann man nicht alles haben: Die 300 Meter entfernte Kleingarten-Parzelle konnte keines der Geräte mit WLAN abdecken.

Für alle, die eine FRITZ!Box betreiben: AVM FRITZ!Repeater 3000

Ein Repeater ist nicht, wie manchmal geschrieben wird, ein Signalverstärker, sondern ein Signal-"Wiederholer". Er verbindet sich mit dem WLAN des Routers und baut ein eigenes auf (mit dem gleichen Netzwerknamen). Er wird am besten dort positioniert, wo das vom Router kommende Funksignal noch stark genug ist - denn wo nichts mehr ist, kann er nichts mehr weiterleiten. Eine Faustregel besagt, dass er auf halbem Wege zwischen Router und dem am weitesten entfernten Endgerät stehen sollte.

Für alle Nutzer, die einen Router vom Hersteller AVM haben (angeblich hat das deutsche Unternehmen einen Marktanteil von weit über 50 Prozent), gibt es unterschiedliche Modelle, die mit den Routern sehr gut zusammenarbeiten. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Bandbreite, die sie anbieten. Das Topmodell FRITZ!Repeater 3000 funkt auf drei Frequenzbändern mit bis zu 3000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s, Herstellerangabe). Nachgemessen habe ich das nicht, aber für zwei gleichzeitige Netflix-Streams in HD hat es bei mir locker gereicht.

Der 3000er hat nicht die Steckernetzteil-Form der anderen AVM-Modelle, sondern ist deutlich größer. Der Vorteil daran ist, dass er freier positioniert werden kann, was in manchen Situationen die Sendeleistung noch verbessern kann. Eine praktische Spielerei fand ich, dass sich der beste Aufstellort per App finden lässt.

Lohnt sich für: Alle, die eine FRITZ!Box nutzen.

Installationsaufwand: Aufstellen, mit Strom versorgen, kurz warten, "Connect"-Taste drücken, am Router den WPS-Knopf drücken, kurz warten. Hat jemand auf die Stoppuhr geschaut?

Völlig ausreichend für Office-Anwendungen: Netgear EX6120 WLAN Repeater Dual Band AC1200

Günstiger, kompakter, nicht so viel Leistung: Der kleine Netgear-Repeater hat eine Zeitlang mein Dachbodenbüro völlig ausreichend mit WLAN versorgt. Für E-Mail, Browsen, gelegentliche YouTube-Videos braucht es nicht mehr. Der Repeater - Netgear bewirbt ihn als "weltweit kleinster AC1200-Steckdosen-Extender" - wird einfach in eine Netzsteckdose gesteckt und hat zwei Antennen, die sich drehen lassen, um die Sendeleistung zu optimieren. Und wie die meisten teureren Geräte hat auch er eine Zeitsteuerung, die sich über eine App konfigurieren lässt.

Lohnt sich für: Nutzer, die keine enorme Bandbreite brauchen.

Installationsaufwand: wenige Minuten.

Mesh-WLAN im einfach zu bedienenden Set: Devolo Magic 2 WiFi

Bei manchen dicken Betonwänden ist selbst ein Repeater machtlos. Dann hilft Powerline, eine Technologie, die das Netzwerk nicht durch die Luft, sondern über die Stromleitung leitet. Man verbindet den Router per LAN-Kabel mit einem dieser Powerline-Adapter, steckt diesen in eine Steckdose und dieser sendet dann alle Daten zu weiteren Adaptern, die irgendwo in der Wohnung in einer anderen Steckdose stecken können (sie müssen allerdings im selben Stromkreis hängen). Dort kommt man dann per Kabel oder WLAN ins Netz.

Beim neuen Devolo-Set Magic 2 ist die Installation noch simpler geworden, als sie bei den älteren Devolo dLan-Produkten war: Adapter einstecken, warten, bis die Kontrollleuchten aufhören zu blinken, fertig. Optional bietet das Magic die Möglichkeit, ein "Mesh-WLAN" aufzubauen: Endgeräte verbinden sich dann immer automatisch mit dem WLAN-Adapter, der gerade die beste Leistung bieten kann. Das hat bei mir optimal funktioniert. Das Powerline-Set hat für mich noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Der unansehnliche Drucker konnte in eine Kammer wandern, wo er jetzt per LAN-Kabel an einem der Devolo-Adapter hängt. Die Adapter haben nämlich zusätzlich je zwei Ethernet-Dosen. Für das Verschandeln des Wohnzimmers ist nunmehr der Router allein zuständig.

Lohnt sich für: ungünstige Funkbedingungen, zum Beispiel durch Betonwände. Nutzer, die eine wirklich einfache Installation und Flexibilität haben wollen.

Installationsaufwand: circa 15 Minuten. Wer Mesh aktiviert, braucht ein paar Minuten mehr.