Während sich mit dem neuen AMD Ryzen 7 3700U die Rechenpower der CPU im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert, verspricht AMD eine mehr als doppelt so schnelle Grafikeinheit im Vergleich zur integrierten Grafikeinheit des Intel Core i7-8565U. Auch die anderen vorgestellten Prozessoren dürften sich hauptsächlich durch ihren schnelleren Grafikchip von der Konkurrenz absetzen.
Während AMD sich auf der CES dieses Jahr eher klein gehalten hat, geht es jetzt richtig los: Die Ryzen Zen+-SoCs für Notebooks wurden jetzt offiziell vorgestellt und sollen bald erscheinen, um die populären Whiskey Lake-U-Prozessoren von Intel direkt in Angriff zu nehmen.
Wie aus unserer nachstehenden Tabelle ersichtlich ist, werden die Spitzenmodelle Ryzen 7 3700U und Ryzen 5 3500U die Prozessoren-Modelle der letzte Generation Ryzen 7 2700U bzw. Ryzen 5 2500U ersetzen. AMD verspricht auf der einen Seite höhere Basis-Taktfrequenzen und auf der anderen Seite langsamere Boost-Taktfrequenzen im Vergleich zu den Intel Core i5-8265U und i7-8565U, wodurch die erwartbare Leistung der Prozessoren für den Kunden berechenbarer werden soll, da das Leistungsspektrum kleiner ist.
Der TDP wird weiterhin 15 W bis 25 W wie auch schon bei den Vorgängern betragen. Hierbei ist das Limit im Allgemeinen höher als bei der Whiskey Lake-U-Serie, da der integrierte Vega-Grafikchip von AMD deutlich leistungsfähiger ist, als der Intel UHD 620-Chip und auch mehr Strom benötigt. Im Vergleich zur Vorgängergeneration ändert sich auf Seiten AMDs allerdings relativ wenig im Bezug auf die Grafikleistung.
Dennoch sollten die mobilen Zen+-Prozessoren energieeffizienter sein als die vorangegangenen Generationen, da der Herstellungsprozess von 14 nm auf 12 nm verkleinert wurde. AMD erklärte bei der Präsentation, dass mit diesen Verbesserungen es möglich sein wird, leistungsfähige Notebooks mit bis zu 12 Stunden Akkulaufzeit zu bauen. Natürlich werden die realen Laufzeiten auch stark von der OEM-Implementierung der Prozessoren und Akkus abhängen.
Im Allgemeinen sind diese Zen+-Ableger allerdings nur Lückenfüller vor der bevorstehenden Zen 2-Serie, die einen wesentlich größeren Leistungssprung bringen dürfte. So ist beispielsweise der Takt des Ryzen Pro 7 3700U nur 100 bis 200 MHz höher als der seines Vorgängers, dem Ryzen 7 2700U. In der Praxis dürfte dies nur zu einer kleinen Leistungssteigerung führen, ähnlich wie bei dem Wechsel von Intel Kaby Lake-R auf Whiskey Lake-U.