Die Folgen der Pandemie: Steuerschätzer legen Prognose vor

Dass die Corona-Pandemie teuer wird, ist klar. Wie sehr sie den Staat trifft, sagen die Steuerschätzer voraus. Es könnte schlimmer kommen als in der Finanzkrise. Sind noch viel mehr Schulden nötig?

Berlin (dpa) - Bund, Länder und Kommunen müssen wegen der Corona-Pandemie mit deutlich weniger Steuergeld auskommen. Wie schlimm es wird, sagen heute die Steuerschätzer voraus. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt die Ergebnisse (15.00 Uhr) in Berlin vor.

Erwartet wird, dass die Einnahmen des Staates zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2009 wieder deutlich sinken - möglicherweise sogar noch drastischer als damals. Berichten zufolge könnten Bund, Länder und Kommunen in diesem Jahr etwa 100 Milliarden Euro weniger einnehmen als bei der vorhergehenden Schätzung im November vorhergesagt.

Das hat gleich mehrere Gründe: Die Bundesregierung rechnet damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als sechs Prozent schrumpfen dürfte. Das bedeutet nicht nur weniger Gewerbe- und Umsatzsteuer, sondern auch weniger Jobs und drastisch mehr Kurzarbeit, was die Einkommensteuer einbrechen lässt. Dazu kommen Stundungen und neue Regelungen für Steuer-Vorauszahlungen.

Das Finanzministerium rechnet damit, dass allein die steuerlichen Maßnahmen aus dem Corona-Hilfspaket Bund, Länder und Gemeinden mit mindestens 118,8 Milliarden Euro belasten werden. Die Gesamtkosten der Hilfspakete für Wirtschaft und Bürger werden auf 453,4 Milliarden Euro beziffert - Garantien über mehr als 800 Milliarden Euro, die möglicherweise auch noch greifen müssen, sind da nicht einmal eingerechnet.