Das Galaxy A9 hat vier Kameras mit drei verschiedenen Brennweiten, doch statt Oberklasse- verbaut Samsung Mittelklasse-Hardware in seinem Smartphone. Kann das gelingen? Im Unboxing bekommen wir einen ersten Eindruck.
Dass sich Samsung gerade an neuen Dingen ausprobiert, zeigt sich kaum deutlicher an der diesjährigen Galaxy-A-Serie. Nach dem eher klassischen Nachfolger Galaxy A8, dem Galaxy A6 mit Metallgehäuse und dem Galaxy A7 mit Triple-Kamera bringen die Koreaner nun mit dem Galaxy A9 ihr erstes Smartphone mit Quad-Kamera heraus. Wie beim Galaxy A7 stapelt der Hersteller alle Kameras in einem durchgängigen und leicht abstehenden Steg übereinander und platziert diesen in der linken Ecke der Rückseite – schön sieht das nicht aus. Auf der Rückseite kommt noch ein Fingerabdrucksensor hinzu, der ebenso untypisch für Samsung quadratisch geformt ist. Warum nur das schlechter ausgestattete Galaxy A7 einen in der Power-Taste integrierten Sensor erhält und das fast 600 Euro teure Galaxy A9 nicht, weiß nur der Hersteller selbst.
Die Glasrückseite unseres Testexemplars ist schwarz, allerdings bietet Samsung das Gerät auch in blauer und rosa Verlaufsfarbe an. Die nur bei Lichteinfall sichtbare Textur erinnert ein wenig an Keramik. Der Rahmen des Galaxy A9 besteht aus Metall, am Fußende finden sich ein USB-C-Port, eine Kopfhörerbuchse und der Lautsprecher, am Kopfende ein Kartenschlitten für zwei SIM- und eine microSD-Karte. An der rechten Seite sind die Power-Taste und darüber die Lautstärkewippe untergebracht, gegenüber der Bixby-Knopf. Letzterer sitzt recht weit oben, versehentlich wird man ihn also wohl nicht auslösen. Die Verarbeitung des Galaxy A9 ist sehr gut und durch das recht hohe Gewicht von 183 Gramm fühlt es sich hochwertig an, leider hat das Gerät keinen Wasserschutz.
Vorne hat das Samsung-Smartphone ein flaches und 6,3 Zoll großes AMOLED-Display mit 18,5:9-Seitenverhältnis und Full-HD-Auflösung. Auch wegen der vergleichsweise breiten Ränder ist das Gerät nicht besonders handlich, das obere Bildschirmende werden die wenigsten Nutzer mit ihrem Daumen erreichen. Das vorinstallierte Experience-UI von Samsung setzt auf Android 8.0 Oreo auf, läuft trotz Snapdragon 660 und 6 GB RAM aber nicht ganz flüssig. Wie viele andere moderne Smartphones bietet auch das Galaxy A9 die Option der Gesichtserkennung, sie ist aber recht träge und stellt sich schon während des Scanvorgangs bei Gesichtern mit Bart quer.
Die Quad-Kamera bietet neben einem Objektiv mit Standard-Brennweite noch solche für den Ultraweitwinkel- und den Tele-Bereich, daneben einen Tiefenmesser für Bokeh-Effekte. Ob sich die Kameraqualität von der des Galaxy A7 abhebt – in unserem Test konnte sie uns nicht überzeugen -, wird erst ein ausführlicherer Test aufzeigen. Zumindest bei der Weitwinkelkamera erkennen wir dieselben starken Verzerrungen.