Hamsterkäufe, leere Supermarkt-Regale und Panik gehören in den Zeiten des sich verbreitenden Coronavirus zum Alltag. Dabei besteht keinerlei Grund für diese Zustände. Was viele nämlich nicht wissen: Die Bundesregierung hat geheime staatliche Nahrungsreserven angelegt.
Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch - das sind neben dem Getreide-Vorrat die drei wesentlichen Bestandteile des Notfallvorrats der Bundesregierung Deutschland.
"Diese Sicherheitsreserve an Grundnahrungsmitteln soll in Krisensituationen vor allem in Ballungsräumen zur Versorgung der Bevölkerung zumindest mit einer täglichen Mahlzeit beitragen", informiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Webseite. Heißt im Klartext: Deutschland ist bestens versorgt - kein Grund zur Hunger-Panik!
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Notfallvorrat:
Wer entscheidet in einer Notfallsituation über die Lagerbestände?
Der Bund hat das alleinige Verfügungsrecht über die Notfallvorräte. Schließlich hat dieser die Ware gekauft und finanziert die Lagerung.
So werden die Krisenvorräte gelagert
Der Staat sorgt bereits seit den 1960er Jahren für Krisenvorräte. An 150 geheimen Standorten lagert die Bundesregierung ungefähr 800.000 Tonnen Lebensmittel. Das sind umgerechnet etwa zehn Kilogramm Lebensmittel für jeden einzelnen Bundesbürger.
Mithilfe dieser Lager kann schnell auf kurzzeitige Mängel in der Versorgung reagiert werden. "Der Krisenbevorratung im Lebensmittelbereich liegt nicht der Ansatz zu Grunde, eine Vollversorgung der knapp 82 Millionen in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger über einen längeren Zeitraum sicher zu stellen", informiert das Bundesministerium.
Vielmehr sollen kurzfristige Engpässe in der Versorgung überbrückt werden können. Sollte es zu einer Notsituation kommen, sollen aus diesen Vorräten warme Mahlzeiten produziert werden.
Bundesländer müssen Hilfe beim Bund suchen
Allerdings sind in erster Linie die Bundesländer für die Versorgung zuständig. Erst, wenn sie keine ausreichenden Kapazitäten und Vorräte mehr haben, suchen die Länder Hilfe beim Bund.
Die Bundesreserve Getreide, welche aus Weizen, Roggen und Hafer besteht, soll in einer Krisensituation eingesetzt werden, um die Mehl- und Brotversorgung aufrecht halten zu können. Da diese Reserven in solch einer Situation schnellstmöglich weiterverarbeitet werden müssen, werden sie in der Nähe von Mühlen gelagert.
Bislang wurden diese Notfallvorräte noch nicht benötigt. "Auch bei der Hochwasserkatastrophe 2002 in den neuen Bundesländern war es trotz der mancherorts prekären Lage nicht erforderlich, Nahrungsmittel aus der staatlichen Notreserve bereit zu stellen", beruhigt das Bundesministerium.
Notvorrat für Zuhause
Die Notfallvorräte der Bundesregierung stoßen jedoch nicht überall auf Begeisterung und Gelassenheit. Kritiker warnen davor, dass die Lagerorte der Vorräte nur auf Bundesregierungsebene bekannt seien. Auch wird kritisiert, dass die Vorräte nicht verzehrfertig seien.
Um auch privat eine sichere Grundversorgung gewährleisten zu können, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu einer privaten Notfallvorsorge, die auch beispielsweise im Falle eines Stromausfalls sinnvoll ist