Asus VivoBook 14 X412FJ im Test: Kompakter 14-Zöller schwächelt im Laufzeit-Test

Das Vivobook 14 punktet mit einem guten Ausstattungsniveau: Core-i5-Prozessor, GeForce-MX230-Grafikkern, 8 GB Arbeitsspeicher (Dual-Channel-Modus), SSD, matter IPS-Bildschirm. Allerdings steht im Akkubetrieb nur ein geringes Maß an Multi-Thread-Leistung zur Verfügung.

Asus liefert mit dem Vivobook 14 X412FJ einen kompakten Allrounder im 14-Zoll-Format. Das Gerät ist uns nicht unbekannt. Wir haben mit dem Vivobook 14 F412FJ bereits ein baugleiches Schwestermodell getestet. Das X412FJ wird von einem Core-i5-Prozessor angetrieben. Ein GeForce-MX230-Grafikkern ermöglicht zumindest in eingeschränktem Maße die Nutzung von Computerspielen. Zu den Konkurrenten zählen Geräte wie das HP 14, das Honor Magicbook, das Huawei MateBook D 14 W00D, das Lenovo Ideapad S340-14IWL.

Da das X412FJ und das F412FJ baugleich sind, gehen wir nicht weiter auf das Gehäuse, die Ausstattung, die Eingabegeräte, das Display und die Lautsprecher ein. Entsprechende Informationen können dem Testbericht zum Vivobook 14 F412FJ entnommen werden.

Display - IPS an Bord

Der matte 14-Zoll-Bildschirm des Vivobook arbeitet mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Sowohl Helligkeit (255 cd/m²) als auch Kontrast (898:1) bleiben unter dem von uns festgelegten Soll (Werte jenseits von 300 cd/m² bzw. 1000:1). Ein Notebook der hier vorliegenden Preisklasse muss mehr liefern. Positiv: Das blickwinkelstabile IPS-Display zeigt kein PWM-Flimmern.

Das X412FJ ist mit dem gleichen Bildschirm bestückt, welcher auch beim Vivobook 14 F412FJ zum Einsatz kommt. Nichtsdestotrotz unterscheiden sich die Messwerte etwas. Hierbei handelt es sich um ein normales Phänomen. Zwei baugleiche Panels stimmen nie zu einhundert Prozent überein.

Leistung - Mittelklasseniveau

Das Vivobook 14 zählt zu den Allroundern im 14-Zoll-Format. Der Asus-Laptop bietet genügend Rechenleistung für alle gängigen Anwendungsbereiche. Der dedizierte Grafikkern ermöglicht die eingeschränkte Nutzung von Spielen. Unser Testgerät ist für etwa 700 bis 800 Euro zu haben. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar.

Prozessor

Das Vivobook wird von einem Core-i5-8265U-Vierkernprozessor der Firma Intel angetrieben. Hierbei handelt es sich um ein ULV-Modell (TDP: 15 Watt), das auf Intels Whiskey-Lake-Architektur basiert. Die CPU arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 1,6 GHz. Mittels Turbo ist eine Steigerung auf 3,7 GHz (alle vier Kerne), 3,8 GHz (zwei Kerne) bzw. 3,9 GHz (ein Kern) möglich.

Die Single-Thread-Tests der Cinebench-Benchmarks werden sowohl im Netz- als auch im Akkubetrieb mit 3,7 bis 3,9 GHz durchlaufen. Die Multi-Thread-Tests werden im Netzbetrieb anfänglich mit 3,3 bis 3,6 GHz bearbeitet. Während des Durchlaufs sinkt die Geschwindigkeit langsam und schrittweise auf 2,8 bis 2,9 GHz. Im Akkubetrieb springt der Takt zwischen 2,8 bis 3 GHz und 400 MHz hin und her.

Das Vivobook kann im Akkubetrieb somit nur sehr wenig Multi-Thread-Leistung zur Verfügung stellen. Im Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks wird ein Resultat von 259 Punkten erreicht. Zum Vergleich: Der Zweikernprozessor Pentium Gold 4415Uliefert etwa 240 Punkte. Nutzer, die auch im Akkubetrieb auf ein hohes Maß an Mehrkernleistung angewiesen sind, würden mit dem Vivobook nicht glücklich werden. Das dürfte allerdings auf die wenigsten Nutzer zutreffen. Die für den Alltagsbetrieb wichtigere Single-Thread-Leistung steht im Netz- und im Akkubetrieb voll zur Verfügung.

Ob der CPU-Turbo im Netzbetrieb dauerhaft zum Einsatz kommt, überprüfen wir, indem wir den Multi-Thread-Test des Cinebench-R15-Benchmarks für mindestens 30 Minuten in einer Dauerschleife laufen lassen. Die Resultate fallen vom ersten zum sechsten Durchlauf hin deutlich ab und verbleiben dann auf einem relativ konstanten Niveau zwischen 520 und 550 Punkten. Der CPU-Turbo kommt zum Einsatz, erreicht ab dem sechsten Durchlauf aber nur Geschwindigkeiten zwischen 2,4 und 2,6 GHz.

System Performance

Die verbaute Hardware sorgt für ein flink und flüssig werkelndes System. Problemen sind wir nicht begegnet. Der Prozessor stellt mehr als genug Rechenleistung für Anwendungen aus den Bereichen Office und Internet bereit. Der dedizierte Grafikkern ermöglicht in eingeschränktem Maße die Nutzung von Computerspielen. Dazu gesellen sich gute Resultate in den PC-Mark-Benchmarks.

Massenspeicher

Als Systemlaufwerk dient eine SATA-SSD der Firma Kingston. Dieses M.2-2280-Modell verfügt über eine Gesamtkapazität von 256 GB. Davon sind im Auslieferungszustand etwa 207 GB nutzbar. Der restliche Speicherplatz verteilt sich auf die Windows-Installation und die Recovery Partition. Die Transferraten fallen gut aus.

Im Inneren des Notebooks findet sich noch Platz für ein 2,5-Zoll-Speichermedium, allerdings fehlt der für den Anschluss eines entsprechenden Mediums nötige SATA-Steckplatz.

Grafikkarte

Das Vivobook hat mit der GeForce MX230 GPU einen Grafikkern an Bord, der auf Nvidias Pascal-Architektur basiert. Die GPU unterstützt DirectX 12 und kann auf schnellen GDDR5-Speicher (2.048 MB) zurückgreifen.

Die MX230 arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 1.519 MHz. Per Boost ist eine Steigerung auf bis zu 1.531 MHz möglich. Es können allerdings auch höhere Geschwindigkeiten erreicht werden, wenn die GPU eine festgelegte Temperatur- und/oder Energieschwelle nicht erreicht. So registrieren wir ein Maximum von 1.695 MHz, das allerdings nur kurz gehalten werden kann. Den Witcher-3-Test durchläuft die GPU mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1.368 MHz und unterschreitet somit ihren Basistakt.

Die Resultate in den 3DMark-Benchmarks bewegen sich im Netzbetrieb auf einem normalen Niveau für die GPU. Die im Prozessor integrierte UHD-Graphics-620-GPU ist aktiv, und das Notebook arbeitet mit Nvidias Umschaltgrafiklösung Optimus.

Gaming Performance

Die Hardware des X412FJ bringt viele Computerspiele in HD-Auflösung (1.366 x 768 Bildpunkte) mit mittleren Qualitätseinstellungen flüssig auf den Bildschirm. Spiele, die nur geringe Anforderungen an die Hardware stellen bzw. die schon mehrere Jahre auf dem Markt sind, erlauben mehr. Eng wird es bei vielen Titeln der Jahre 2018/2019. Hier reicht auch oftmals eine Reduzierung von Auflösung und/oder Qualitätsniveau nicht aus, um ausreichend hohe Bildwiederholraten zu generieren - hier seien Assassin´s Creed Odyssey und Anthem genannt.

Um zu überprüfen, ob die Bildwiederholraten auch über einen längeren Zeitraum weitgehend konstant bleiben, lassen wir das Spiel "The Witcher 3" für etwa 60 Minuten mit geringer Auflösung (1.024 x 768 Bildpunkte) und minimalen Qualitätseinstellungen laufen. Der vom Spieler verkörperte Charakter wird dabei über den gesamten Zeitraum nicht bewegt. Die Bildwiederholraten sinken in den ersten Minuten des Tests und verbleiben dann auf einem konstanten Niveau.

Der Grund ist schnell gefunden: Der Grafikkern kann nur für wenige Minuten mit den von Nvidia vorgesehenen Geschwindigkeiten arbeiten. Dann sinkt die Geschwindigkeit auf etwa 1.350 bis 1.360 MHz und befindet sich somit unterhalb des Basistakts von 1.519 MHz. Wir haben den Test noch mit dem Spiel Prey wiederholt und sind zu den gleichen Resultaten gelangt. Insgesamt ist ein Rückgang der Bildwiederholraten um bis zu 20 Prozent zu beobachten.

Emissionen & Energie

Geräuschemissionen

Ein Übermaß an Lärm produziert der Asus-Rechner nicht. Im Leerlauf arbeitet der Lüfter dauerhaft mit niedriger Geschwindigkeit. Wirklich zu hören ist er dabei nicht. Unter Last dreht der Lüfter auf. Während des Stresstests messen wir einen Schalldruckpegel von 40,7 dB(A).

Temperatur

Unseren Stresstest (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) durchläuft der Asus-Laptop im Netz- und im Akkubetrieb auf unterschiedliche Weisen. Der Prozessor arbeitet zu Beginn des Tests mit Geschwindigkeiten zwischen 1,6 und 2,5 GHz. Im weiteren Verlauf des Tests sinkt der Takt auf bis zu 1 GHz. Der Takt des Grafikkerns sinkt von anfänglich 1.500 MHz auf etwa 1.000 bis 1.100 MHz. Im Akkubetrieb liegen die Geschwindigkeiten bei 400 MHz (CPU) bzw. 1.500 MHz (GPU). Der Stresstest stellt ein Extremszenario dar, welches so im Alltag nicht auftritt. Wir überprüfen mit diesem Test, ob das System auch bei voller Auslastung stabil läuft.

Übermäßig stark erwärmt sich das Notebook nicht. Während des Stresstests registrieren wir an mehreren Messpunkten Temperaturen oberhalb von 40 Grad Celsius. Im Alltagsbetrieb liegen die Werte im grünen Bereich.

Energieaufnahme

Der Energiebedarf bewegt sich über den gesamten Lastbereich hinweg auf einem normalen Niveau für die hier verbaute Hardwareplattform. Im Leerlauf messen wir einen maximalen Bedarf von 7,5 Watt - ein guter Wert. Während des Stresstests steigt der Wert auf bis zu 63 Watt. Die Nennleistung des Netzteils beträgt 65 Watt.

Akkulaufzeit

Unser praxisnaher WLAN-Test simuliert mittels eines Skripts die Belastung beim Aufruf von Webseiten. Das Profil "Ausbalanciert" ist aktiv, die Displayhelligkeit beträgt etwa 150 cd/m² und die Energiesparfunktionen sind abgeschaltet. Der Asus-Rechner erreicht eine Laufzeit von 5:59 h. Hierbei handelt es sich um einen akzeptablen Wert. Nichtsdestotrotz erwarten wir von einem 14-Zöller mindestens eine um ein bis Stunden längere Laufzeit.

Fazit

Asus hat mit dem Vivobook 14 ein schlankes, kompaktes 14-Zoll-Notebook im Sortiment. Der verbaute Core-i5-8265U-Vierkernprozessor bietet genügend Rechenleistung für alle gängigen Anwendungsbereiche. Der dedizierte GeForce-MX230-Grafikkern ermöglicht in eingeschränktem Maße die Nutzung vieler Computerspiele.

Asus liefert mit dem Vivobook 14 X412FJ einen 14-Zoll-Allrounder für zuhause.

Wer maximale Leistung über einen längeren Zeitraum benötigt, wäre mit dem Vivobook allerdings nicht gut bedient. Schon im Netzbetrieb sinkt die Turbo-Geschwindigkeit der CPU bei Multi-Thread-Last recht schnell und pendelt sich bei etwa 2,4 bis 2,6 GHz ein. Auch der Grafikkern unterschreitet schon nach kurzer Zeit seinen Basistakt - arbeitet dann allerdings mit konstanter Geschwindigkeit. Zudem stellt die CPU im Akkubetrieb nur wenig Multi-Thread-Leistung zur Verfügung.

Eine Solid State Disk sorgt für ein flink laufendes System. Ein Tausch der SSD wäre möglich. Dazu müsste aber das Gehäuse geöffnet werden. Die Tastatur des Rechners hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen und erfüllt die Anforderungen an den Hausgebrauch. Die Akkulaufzeiten fallen akzeptabel aus. Zu den Langläufern kann das Gerät nicht gezählt werden. 

Der matte IPS-Bildschirm punktet mit stabilen Blickwinkeln und guter Farbdarstellung. Helligkeit und Kontrast fallen für ein Gerät der hier vorliegenden Preisklasse zu gering aus. Das Vivobook bringt einen Typ-C-USB-3.2-Gen-1-Steckplatz mit, der nur zum Anschluss von Peripherie genutzt werden kann. Er unterstützt weder die Displayport-via-USB-C-Funktion, noch kann das Notebook über den Steckplatz mit Energie versorgt werden. Gerade Letzteres sollte bei einem kompakten, auf Mobilität ausgelegten Notebook möglich sein.