Obwohl auf der Computex zuletzt noch von maximal 12 Kernen bei Ryzen 3000 die Rede war, ist im Netz nun eine Folie aufgetaucht, die einen 16-Kerner nennt. Der Ryzen 9 3950X fährt einen Turbo von 4,7 GHz auf, hat bei gleicher TDP aber einen niedrigeren Basistakt. Zudem gibt es Spezifikation zur Radeon RX 5700 XT auf Navi-Basis.
Die Kollegen von Videocardz haben einen Tag vor der erwarteten Vorstellung der neuen Navi-Generationen auf der E3 einen interessanten Leak aufgeschnappt. Es handelt sich dabei mutmaßlich um eine Folie aus der Präsentation - samt einiger Spezifikationen. Aufgeführt ist dort eine Radeon RX 5700 XT mit 40 Compute-Units (2.560 Shader-Einheiten), 8 GiByte GDDR6-Speicher, einem Boost von bis zu 1.905 und einem Basistakt von 1.605 MHz.
Außerdem wird an der Stelle noch eine dritte Taktrate aufgeführt. Ein sogenannter Game Clock soll sich auf 1.755 MHz belaufen. Offen bleibt, was es damit auf sich hat. Handelt es sich dabei möglicherweise um eine typisch anliegende Frequenz beim Spielen oder ein per BIOS-Switch einstellbarer, alternativer Basistakt? Das wird morgen, so die Folie denn echt ist, hoffentlich aufgeklärt. Die Leistung wird außerdem noch mit 9,75 TFlops angegeben (Max FP32 Compute). Weitere Angaben, wie Speichertakt und Preis, enthält die Folie nicht.
Zum Vergleich: Die Radeon RX 590, das Spitzenmodell der aktuellen Mittelklasse, erreicht eine Leistung von 7,12 TFlops, hat 2.304 Shader-Einheiten, taktet mit 1.469 beziehungsweise bis zu 1.545 MHz und wirft ebenfalls 8 GB Speicher in die Waagschale, den allerdings noch nach GDDR5-Standard.
Wieder mit Radiallüfter
Auf der Computex blieb man noch relativ vage. Die RX 5000-Serie war zwar Thema, wurde aber nicht bis ins Detail durchexerziert. Bekannt ist, dass nicht länger Graphics Core Next (GCN), sondern RDNA den architektonischen Unterbau bildet. Dadurch habe man Leistung und Effizienz deutlich steigern können. Hinzu kommt der Fertigungsvorteil durch den 7-nm-Prozess. Navi bedient allerdings (noch) nicht das High-End-Segment, sondern wird in der Mittelklasse platziert. AMD sieht Navi oberhalb der Geforce RTX 2070.
Zu erwähnen ist noch, dass man die RX 5700 XT auf der Folie erkennen kann. Anscheinend setzt AMD beim Referenzmodell wieder auf einen Radiallüfter. Das hat den Vorteil, dass die Hitze direkt aus dem Tower geblasen wird, derartige Designs sind aber nicht die Leistungsfähigsten. Wie laut das Design am Ende ausfällt, hängt natürlich auch davon ab, wie viel Energie der Chip schluckt und anschließend wieder an die Umgebung abgibt. Partner-Karten erscheinen Berichten nach im August.
Ryzen 9 3950X hat 16 Kerne und 4,7 GHz Turbo
Auch zum Thema Ryzen haben die Kollegen interessante Neuigkeiten. Obwohl AMD auf der Computex noch einen 12-Kerner als Höchstes der Gefühle präsentierte, hat man laut geleakter Folie sehr wohl noch einen 16-Kerner am Start. Der trägt den Namen Ryzen 9 3950X, soll wie der Ryzen 9 3900X trotz vier zusätzlicher Kerner noch ins TDP-Budget von 105 Watt passen und mit 4,7 GHz den bisher höchsten Turbotakt auffahren. Das wären noch einmal 100 MHz mehr als beim Zwölfkerner. Der Basistakt soll mit 3,5 GHz jedoch 300 MHz tiefer ansiedeln.
Offen bleibt, welchen Preis AMD für die 16 Kerne aufruft. Die beiden Achtkerner sollen mit 329 und 399 Dollar zu Buche schlagen, beim Zwölfkerner werden schon 499 Euro fällig. Davon ausgehend, dass der Sprung von 8 auf 12 Kerne 100 Dollar extra kostet, könnten für vier weitere erneut 100 Dollar fällig werden. Häufig lassen sich Hersteller ihre Spitzenmodelle auch fürstlich bezahlen. 599 Dollar wären also nur eine vorsichtige Schätzung.
Letztlich muss sich natürlich auch zeigen, ob die Folie überhaupt echt ist. Im Cinebench war neulich allerdings schon ein 16-Kerner auf Basis der Ryzen-3000-Reihe gesichtet worden. Außerdem kommen beim Ryzen 9 3900X neben dem I/O-Die, der bei Globalfoundries in 14 nm gefertigt wird, zwei statt nur ein Zen-2-Chiplet zum Einsatz. Theoretisch wären also 16 Kerne vorhanden, von denen beim 12-Kerner nur nicht alle aktiv sind.
Es wurde bereits gemunkelt, dass man sich den 16-Kerner für einen späteren Zeitpunkt aufhebt, zum Beispiel für den Fall, dass Intel nachlegt. Die Veröffentlichung nun vorzuziehen, mutet jedoch etwas seltsam an. Möglicherweise läuft die Vorstellung des Ryzen 9 3950X - die Echtheit der Folie ist wie gesagt nicht bestätigt - auch unter "later this year" und spielt nur am Rande der angeblichen Präsentation eine Rolle. Man darf definitiv gespannt bleiben.