Das Redmonder Unternehmen Microsoft hat außerplanmäßige Updates für zwei schwerwiegende Sicherheitslücken in der Codecs-Bibliothek von Windows 10 veröffentlicht. Mit der Schwachstelle hatten Angreifer die Möglichkeit, einen Computer aus der Ferne zu übernehmen.
Die Sicherheitslücken werden unter den Bezeichnungen "CVE-2020-1425" und "CVE-2020-1457" geführt und betreffen die zwei Video-Codecs "HEIF" und "HEVC". Die unsicheren Versionen sind seit der Windows 10 Version 1709 im Redmonder Betriebssystem enthalten und außerdem auch in einigen Windows Server-Versionen zu finden. Wie Ghacks berichtet, hat Microsoft das Problem allerdings beheben und Updates zur Verfügung stellen können.
Präpariertes Bild konnte PC übernehmen
Die Bugs in den Video-Codecs wurden von Microsoft als kritisch eingestuft, da es mit Hilfe eines speziell präparierten Bildes möglich war, einen kompletten Rechner zu übernehmen. Der Exploit zielt auf die Speicherverwaltung der Windows Codecs Library ab. Da gewisse Daten nicht korrekt verarbeitet werden, kann ein Angreifer beliebigen Code auf dem PC ausführen, sofern der Nutzer ein präpariertes Bild öffnet. Es gibt allerdings keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle auch ausgenutzt wurde.
Die Sicherheits-Updates für die beiden Bibliotheken können über den Microsoft Store heruntergeladen werden. Abhängig von den ausgewählten Aktualisierungs-Einstellungen wurde der Patch womöglich schon automatisch installiert. Ansonsten kann der Download durchgeführt werden, indem der Menüpunkt "Download und Updates" im Store aufgerufen und anschließend der Button "Updates abrufen" gedrückt wird. Wer die Bibliotheken nicht installiert hat, muss natürlich auch keine weiteren Schritte unternehmen.